Pahlke KunstWebDesign

Farben sind mehr als Dekoration.

Wer weiß nicht, daß Farben Stimmungen und Gefühle vermitteln?

Und doch wird der Farbwahl im Internet oft erstaunlich wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Statt Vertrauen und Zuverlässigkeit strahlen die Seiten Gleichgültigkeit und Unlust aus, statt Wohlempfinden und Zutrauen wecken sie Unwohlsein und Mißtrauen.

Aber es sei auch zugegeben, die Wahl der richtigen Farbe ist alles andere als leicht. Fast immer können Farben sehr unterschiedliche Gefühle und Stimmungen auslösen. So steht gelb sowohl für Wärme als auch für Eifersucht. Welche Seite überwiegt, hängt gleichermaßen vom einzelnen Betrachter wie der Kombination mit anderen Farben ab. Oft sind es nur kleine Farbnuancen, die über die konkrete Wirkung entscheiden.

Die folgende Übersicht kann deshalb nur einige Anregungen für eine sinnvolle Farbauswahl geben.

Wie die Farben allerdings tatsächlich wirken, hängt, wie bereits erwähnt, unter anderem auch von der Kombination der Farben untereinander, dem genauen Farbton jeder einzelnen Farbe und von der Persönlichkeit des Betrachters ab. Gut miteinander kombinieren lassen sich in der Regel alle Farben aus dem gelb-rot-orangen Spektrum, aus dem blau-grünen Spektrum sowie dem weiß-grau-schwarzen Spektrum.

Andere Kulturen – andere Wirkung.

Die obige Bewertung der Farben gilt allerdings nur für den mitteleuropäischen Raum. In anderen Kulturen verbinden sich mit den einzelnen Farben häufig ganz andere Gefühle und Stimmungen.

Barrierefrei mit Farben.

Häufiger noch als Stimmungen und Gefühle bleiben bei einer ungünstigen Farbauswahl allerdings Lesbarkeit und Barrierefreiheit auf der Strecke. Etwa jeder zehnte Deutsche leidet unter einer Farbenfehlsichtigkeit, wie es offiziell heißt. Häufigste Variante ist die Rot-Grün-Blindheit. Grüne Buttons auf rotem Grund sind für diesen Personenkreis zum Beispiel einfach nicht vorhanden. Probleme bereitet häufig auch Grün auf Grau.

Nicht nur Sehbehinderte freuen sich, wenn Text und Navigation in einem klaren farblichen Kontrast zum Hintergrund stehen. Grelle Hintergrundfarben sollten dabei aber vermieden werden, da sie die Schrift leicht überstrahlen und von vielen Menschen als unangenehm empfunden werden.

Das gilt auch für die weit verbreiteten weißen Seitenhintergründe. Was für Zeitungen und Bücher gilt, sollte auch im Internet beherzigt werden: Reinweißer Ton „wirkt nicht nur kalt und unfreundlich, sondern stört, denn er blendet das Auge wie Schnee“, wie der bekannte Typograph Jan Tschichold kritisierte.

Augen- und damit lesefreundlicher sind ganz leicht getönte Hintergründe. Viele Sehbehinderte bevorzugen allerdings trotzdem dunkle Hintergründe mit hellen Schriften, weil diese Kombination am wenigsten blendet.

Bei allen Überlegungen sollte allerdings daran gedacht werden, daß jeder Bildschirm die Farben etwas anders darstellt. Will der Besucher einer Internetseite wirklich die Farben sehen, wie sie der Webdesigner vorgegeben hat, müßte er erstmal seinen Bildschirm kalibrieren.

Doch wie viele Computerbenutzer treiben schon diesen Aufwand, ganz abgesehen davon, daß die meisten nicht einmal von dieser Möglichkeit ahnen dürften? Und selbst wenn, es würde ihnen überhaupt nichts nützen, solange nicht auch der Webdesigner seinen Monitor kalibriert.